Pubertät mit Behinderungen

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Freundschaften und der Austausch mit Gleichaltrigen sind für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen sehr wichtig. | Foto: Fotolia / WavebreakMediaMicro

Die Pubertät… für dich nicht immer einfach. Aber für Jugendliche mit einer Beeinträchtigung ist sie eine ganz besondere Herausforderung.

Kennst du einen behinderten Menschen in deinem Alter und bist mit ihm näher befreundet? Dann solltest du wissen, dass er im Moment eine besondere Phase durchmacht.

In der Pubertät entwickelt sich die geistige, soziale und vor allem körperliche Reife. Und als ob das nicht alles schon anstrengend genug ist, sind während dieses Zeitraums Menschen mit einer Beeinträchtigung besonders hart getroffen.

Je nach Grad der Behinderung können Jugendliche mit gewissen Einschränkungen damit normal leben.

Zunächst mal zum Begriff der Behinderung: Hier wird zwischen geistiger und körperlicher Beeinträchtigung unterschieden und hier wiederum zwischen angeborener und erworbener Behinderung. Ein bekanntes Beispiel von angeborenen Beeinträchtigungen ist Trisomie21 oder wird auch das Down-Syndrom genannt; eine erworbene Beeinträchtigung kann beispielsweise die Folge eines Auto- oder Sportunfalles sein.

Je nach Grad der Behinderung können Jugendliche mit gewissen Einschränkungen damit normal leben, allerdings ist es vor allem in der Pubertät besonders schwierig. Denn gerade hier geht es darum, herauszufinden, wer man sein möchte und häufig orientiert man sich dabei an anderen Jugendlichen. Dies kann aber zum Beispiel, wenn man eine körperliche Einschränkung hat, ein unerreichbares Ziel sein und frustriert natürlich. Wenn man merkt, man ist anders.

Ebenso schwierig ist es mit dem Wunsch nach zunehmender Selbstständigkeit, den jeder Jugendliche in der Pubertät bekommt. Wenn man aber merkt, dass man weiterhin auf Hilfe angewiesen ist, ist das ganz schön schwer zu verdauen. Auch beginnt jetzt die Zeit der ersten Beziehungen, und Jugendliche mit Behinderung müssen hier vielleicht erstmals die ersten Ablehnungen eines Jungen oder Mädchens verkraften.

Auch das frustriert, denn sie merken überdeutlich, dass sie anders sind. Und schlussendlich ist die Pubertät auch die Zeit von Verabredungen zu verschiedenen, auch sportlichen Aktivitäten und wenn man hier merkt, dass man nicht mehr mithalten kann, ist der Rückzug in das Schneckenhaus der nächste Schritt.

Ein Austausch mit Gleichaltrigen wie dir, aber natürlich auch mit Menschen mit ähnlichen Beeinträchtigungen ist daher sehr wichtig, denn so wird das Gefühl des „Anderssein“ weniger – dein Freund oder Freundin wird in diesem Fall nicht auf die Behinderung reduziert.

Das Problem ist, dass Jugendliche je nach Grad der Behinderung weniger Möglichkeiten, sich unbeaufsichtigt von Erwachsenen mit ihren Freunden auszutauschen und dabei erste Erfahrungen zu machen. Auch finden sie nicht unbedingt selbst die richtigen Informationen, um sich mit Menschen mit ähnlichen Beeinträchtigungen Kontakt aufzunehmen. Hast du Lust dazu, sie oder ihn dabei zu unterstützen? Unter Umständen hast du ja sogar einen Bruder oder eine Schwester, die eine Behinderung haben.

Dann wirst du vielleicht auch feststellen, dass deine Eltern ihm oder ihr viel mehr Aufmerksamkeit schenken als dir. Das tut dir sicher nicht immer gut und du ziehst dich zunehmend zurück. Alternativ solltest du stattdessen mal mit deinen Eltern reden und sagen, was dich bedrückt…

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