Kleine Gitarre, große Klänge

Ukulele

Musiklehrer André Ohren (r.) probt mit Schüler Mikis auf der Ukulele.
Musiklehrer André Ohren (r.) probt mit Schüler Mikis auf der Ukulele. | Foto: dpa

Die Ukulele sieht aus wie eine Baby-Gitarre. Ihre Melodien verbreiten gute Laune. Genau das richtige Instrument für Urlaubsstimmung, Lagerfeuermusik und mehr.

Von Philipp Brandstädter

Es klingt nach Sommer, Sonne und Meeresrauschen, wenn Mikis und André Musik machen. Dabei haben es sich die beiden bei der frostigen Kälte draußen einfach im Studio gemütlich gemacht. Dort singen die zwei zusammen ein Lied. Der elfjährige Mikis zupft zudem auf den Saiten eines Instrumentes: einer Ukulele.

Man denkt sofort an Urlaub, wenn die Ukulele erklingt. Heute hat sich der Junge ein Stück von dem berühmten Sänger David Bowie ausgesucht. Wenn Mikis das Lied spielt und dazu singt, klingt es so, als sei dieses Lied extra für die kleine Ukulele gemacht.

Ukulele-Lehrer André ist voll des Lobes, als Mikis sein Lied fertig gespielt hat. „Super, du hast ein gutes Taktgefühl und die Akkorde schnell und sicher gegriffen“, sagt der Musiklehrer. „Wenn du dir noch ein bisschen deine Fingernägel an der rechten Hand wachsen lässt, dann kannst du die Saiten besser anschlagen.“

Das ist leicht gesagt. Denn Mikis spielt auch Klavier. Dafür braucht er möglichst kurze Nägel. „Da muss ich mir wohl künstliche Fingernägel zum Ankleben besorgen“, sagt Mikis und kichert.

Mit der Ukulele hat Mikis erst vor ein paar Monaten angefangen. Aber er beherrscht die kleine Gitarre schon jetzt richtig gut. Das ungewöhnliche Instrument ist recht leicht zu erlernen. Im Gegensatz zu einer großen Gitarre hat die Ukulele normalerweise nur vier Saiten statt sechs. Darüber hinaus ist die oben liegende Saite viel höher gestimmt. Das verleiht ihr einen unverwechselbaren Klang.

Die Ukulele gibt es in verschiedenen Ausführungen. Die Größen und Formen ihres Körpers wirken sich auf ihren Klang aus. „Ich mag es, wie die Ukulele aussieht und wie sie klingt“, sagt Mikis. „Außerdem ist sie total praktisch. Ich kann sie überall hin mitnehmen. Mit einem riesigen Klavier geht das nicht ganz so gut.“

Besonders schön hört es sich an, wenn gleich mehrere Leute Ukulele spielen. Im Studio von André zum Beispiel, wenn er Unterricht gibt. Seine Schüler sitzen auf Stühlen und auf dem Sofa, wenn sie spielen. André spielt die Ukulele im Stehen. Er trägt sie mit einem Band um seine Schulter, damit er die Hände zum Greifen und Zupfen frei hat. Zusammen mit Mikis und seinen anderen Schülern übt er einzelne Akkorde und ganze Lieder. Wenn alle gemeinsam auf ihren kleinen Gitarren spielen, kommt eine sommerliche Ferien-Stimmung auf – trotz der Kälte draußen.

Gut zu wissen:

Der Floh von der Insel

U-ku-le-le ist ein merkwürdiger Name. Es gibt viele Geschichten, woher die kleine Gitarre ihren Namen hat. Es heißt zum Beispiel, dass ein Mann einmal die Inseln von Hawaii besuchte.

Dort soll er die Einheimischen mit seiner kleinen Gitarre unterhalten haben. Die hatte er aus seiner Heimat Madeira mitgebracht. Auch Madeira ist eine Insel. Sie gehört zum Land Portugal.

Die Einheimischen guckten dem Mann beim Spielen zu. Sie verglichen die schnellen Bewegungen seiner Finger auf den Saiten mit hüpfenden Flöhen. Das Wort Ukulule kommt wohl aus dem Hawaiianischen und bedeutet: hüpfender Floh.

Ob die hübsche Geschichte wirklich stimmt oder nicht: Inzwischen ist die Ukulele in der ganzen Welt bekannt.

Der Takt macht den Unterschied

n einer Ukulele stecken die Melodien der Südsee. Das liegt einerseits daran, weil das Instrument aus dieser Gegend kommt. Andererseits werden viele Lieder über die Südsee gern mit der Ukulele gespielt.

Dabei kommt es aber nicht nur auf den Klang des Instruments an. Sondern auch auf die Art und Weise, wie man darauf spielt: Bei Zupf-Instrumenten wie der Gitarre und der Ukulele unterscheiden die Musiker zwischen verschiedenen Schlagmustern. Schlägt der Spieler die Saiten von oben nach unten, nennt man das Abschlag. Beim Aufschlag spielt man die Saiten von unten nach oben an.

Dieselben Töne auf denselben Saiten einer Ukulele können durch die Schlagmuster ganz verschieden klingen. Der Takt macht den Unterschied, den ein Musiker durch Abschläge und Aufschläge vorgibt. Das gängige Schlagmuster für viele Südsee-Melodien wird Calypso genannt. (dpa)

Ukulelen sehen aus wie eine kleine Gitarre. | Foto: dpa

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