Hola-ra-di-hü – Jodeln macht gute Laune

Brauchtum

Jodeln kommt ursprünglich aus den Bergen. Auf dem Foto erkennt man die Schweizer Jodel-Gruppe „Silvretta Klosters“. | Foto: dpa

Hast du schon mal gejodelt? Das geht zum Beispiel gut in den Bergen – dort kann man richtig laut sein. Einige Leute jodeln auch zu Hause oder im Chor. Wer will, kann sogar Jodel-Unterricht nehmen.

Jodeln ist, als würde man beim Singen Trampolin springen. Tief, hoch, tief, hoch, tief, hoch. Dabei überschlägt die Stimme – und der typische Jodelton entsteht.

Doreen Kutzke hat schon mit sechs Jahren angefangen zu Jodeln. Heute ist sie Jodel-Lehrerin in der Hauptstadt Berlin und bringt es anderen bei. Sie meint: Kinder finden Jodeln oft einfach. „Erwachsenen fällt das meistens schwerer.“ Denn beim Jodeln ist es wichtig, die Stimme überschlagen zu lassen. Dafür muss man laut sein und die Kontrolle ein bisschen abgeben, meint Doreen Kutzke. „Und das finden viele Erwachsene unangenehm. Ich sage denen immer, sie sollen mich erst mal laut anschreien.“

Richtige Jodelrufe aber sind kein wildes Rumgeschreie. Die Jodler singen zum Beispiel: hola-ra-di-hü oder hol-di-ro-di-e. Die Rufe sind meist Fantasie-Wörter. Einen Sinn ergeben sie nicht.

Viele Jodelrufe werden nie aufgeschrieben. Der Jodel-Professor Raymond Ammann weiß: „Man lernt Jodeln über das Ohr.“ Ein Jodler hört also etwas von einem anderen Jodler. Dann merkt er es sich und kann den Jodel auch verändern: länger, kürzer, höher, tiefer.

Dabei gibt es verschiedene Techniken. Sie alle zu lernen, könne viele Jahre dauern, erklärt der Jodel-Professor. Manche Leute schließen sich in Gruppen zusammen und jodeln gemeinsam. „Es gibt auch Männerchöre, die ein Jodel-Lied haben, mit ein oder zwei Jodeln“, sagt er. Dabei jodeln zum Beispiel zwei Leute und der Rest singt weiter normale Noten.

Und wenn man alleine ist? „Einzeln kann man das sehr gut machen, wenn man auf dem Berg ist“, meint der Professor. Dort ist es auch kein Problem, wenn man richtig laut ist.

Viele Leute denken bis heute, dass nur in den Bergen gejodelt wird.

Viele Leute denken bis heute, dass nur in den Bergen gejodelt wird. Aber das stimmt nicht: Die Jodel-Lehrerin Doreen Kutzke jodelt überall, besonders gerne zu Hip Hop und elektronischer Musik. „Meine eigenen Songs gehen in Richtung amerikanische Country-Musik. Früher hab ich auch Platten aufgelegt und dazu gejodelt.“ Egal zu welcher Musik sie jodelt, sie hat immer Spaß dabei. „Jodeln macht extrem gute Laune“, meint sie. Auch der Professor denkt: Beim Jodeln werden noch mehr Gefühle ausgelöst als beim Singen. (dpa)

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