Hilfe für die Flussdelfine vom Amazonas

Tiere

Um mehr über die Flussdelfine im Amazonas-Gebiet zu erfahren, wurden einige Tiere für kurze Zeit eingefangen und untersucht. | Foto:  WWF/Adriano Gambarini

Die Heimat der rosafarbenen Flussdelfine liegt tief im Urwald Brasiliens. Hohe Bäume stehen hier dicht an dicht. „Von oben sieht das aus wie ein Wald aus Brokkoli“, sagt Roberto Maldonado. Er arbeitet für die Umweltschutzorganisation WWF und war im Amazonas-Regenwald, um den Delfinen zu helfen.

Echte Flussdelfine leben in Asien und Südamerika. Sie sehen anders aus als ihre Delfin-Verwandtschaft im Meer. Ihre Schnauzen sind länger und wie ein Schnabel geformt. Viele von ihnen sind rosafarben. „Über die Flussdelfine in Südamerika weiß man nur sehr wenig“, sagt Roberto Maldonado. Das will der WWF ändern.

Umweltschützer sind überzeugt, dass es immer weniger dieser Tiere gibt.

Die Umweltschützer sind davon überzeugt, dass es immer weniger dieser Tiere gibt. Sie machen den Menschen dafür verantwortlich. „Die Delfine sind aber nicht als bedroht eingestuft, weil dazu die Daten fehlen, die das belegen“, sagt Roberto Maldonado. Deshalb werde wenig für ihren Schutz getan.

Aus diesem Grund starteten Umweltschützer und Wissenschaftler gemeinsam ein Projekt. In den Ländern Bolivien, Kolumbien und Brasilien wurden einige Tiere für kurze Zeit gefangen und untersucht. „Das war harte Arbeit“, sagt Roberto Maldonado, der letztes Jahr mit auf dem Fluss Juruena in Brasilien unterwegs war. „Man treibt die Delfine in eine Richtung in ein Netz. Dafür muss man mit einem Stock auf das Wasser schlagen. Das kann ziemlich lange dauern, bis zu zwölf Stunden.“

Ging ein Delfin ins Netz, hatten die Forscher etwa eine halbe Stunde Zeit, ihn am Ufer zu untersuchen. Die Delfine wurden gewogen und vermessen. Ihnen wurde Blut und Speichel abgenommen. Mit einem Ultraschall-Gerät sahen die Forscher, wie es im Bauch der Tiere aussieht. Dabei wurden die Delfine ständig mit Wasser benetzt, damit sie nicht austrockneten. „Mit den Untersuchungen können wir unter anderem feststellen, wie stark die Tiere mit giftigem Quecksilber belastet sind“, sagt Roberto Maldonado. Das Metall wird zum Abbau von Gold verwendet, das viele Menschen im Amazonas-Gebiet suchen. Das Quecksilber gelangt dann auch in die Flüsse und vergiftet die Lebewesen dort. Außerdem brachten die Forscher Peilsender an einigen Delfinen an. So sieht man, wo die Tiere sich aufhalten und wie weit sie schwimmen. „Alle Informationen werden nun gesammelt und ausgewertet“, sagt Roberto Maldonado. Mit den Ergebnissen hoffen die Umweltschützer, mehr für den Schutz der rosafarbenen Delfine erreichen zu können. (dpa)

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