Hass im Netz auf der Spur

Internet

Nava Zarabian an ihrem Arbeitsplatz | Foto: Bernadette Winter/dpa

Das Internet steckt voller Informationen, witzigen Videos und coolen Spielen. Doch es gibt auch Menschen, die im Internet falsche oder sogar verbotene Informationen verbreiten. Ihnen ist Frau Zarabian auf der Spur.

Nava Zarabian sitzt den ganzen Tag vor dem Computer. Meistens hat sie eine Tasse Kaffee neben sich stehen. Sie surft im Internet, guckt bei Facebook rein oder schaut YouTube-Videos. Das ist ihr Beruf. Denn Frau Zarabian sucht nach Inhalten, die für Kinder und Jugendliche gefährlich sein können.

Solche Inhalte werden zum Beispiel von Islamisten veröffentlicht. Das sind Menschen, die zur Religion Islam gehören und diese Religion nach sehr strengen Regeln leben. Manche von ihnen schrecken auch vor Gewalt nicht zurück. Auch wenn die allermeisten Menschen, die zum Islam gehören, Gewalt falsch finden.

Im Internet findet Nava Zarabian beispielsweise Videos, die wie ein Videospiel aussehen. Auf den zweiten Blick sind sie aber voller Gewalt. „In Wirklichkeit geht es darum, Jugendliche zu beeinflussen“, sagt die Fachfrau. Denn die Islamisten wollen ihre Vorstellung vom Zusammenleben durchsetzen. Sie lehnen die Art und Weise ab, wie die meisten Menschen in Europa leben. Sie sind zum Beispiel dagegen, dass Frauen die gleichen Rechte wie Männer haben. In manchen Regionen der Welt kämpfen Islamisten sogar für einen eigenen Staat.

Manche Islamisten veröffentlichen auch Bilder von sich, auf denen sie cool posieren. Sie wollen zeigen: Schaut mal, unser Leben ist aufregend! Manche Kinder werden durch solche Bilder oder Videos auf die Islamisten aufmerksam und kommen mit ihnen in Kontakt. Im schlimmsten Fall schließen sie sich ihnen dann sogar an.

Nava Zarabian empfiehlt, solche Bilder oder Videos mit einem Erwachsenen zu besprechen. „Zusammen kann man recherchieren, wer dahinter steckt“, sagt die Expertin. Bei Facebook, WhatsApp und YouTube etwa kann man das auch melden. Denn die Firmen müssen aufpassen, dass solche Beiträge nicht im Netz sichtbar sind. Auch Nava Zarabian und ihre Kollegen melden sich bei den Firmen, wenn sie etwas entdecken. Dann fordern sie die Firmen auf, die Beiträge zu löschen.

Wie Nava Zarabian beschäftigt sich auch Canan Korucu mit Inhalten im Internet. Auch bei ihr geht es um animierte Bilder und Kurzvideos. Aber diese werden von Jugendlichen selbst erstellt. Anschließend teilen die Kinder sie im Internet. So zeigen sie ihre eigene Vorstellung vom Zusammenleben. Sie lassen nicht den Islamisten das letzte Wort. „Die Schüler lernen, wie sie ein Fake-Foto erkennen“, erklärt Frau Korucu. „Und warum bestimmte Gruppen Lügen verbreiten.“ (dpa)

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