Feuersalamander in Gefahr

Tiere

Feuersalamander mögen es normalerweise feucht, dunkel und kühl. | Foto: Martin Schutt/dpa

Man kann ihn nicht sehen und auch nicht riechen. Aber er ist eine große Gefahr – nicht für uns Menschen, aber für den Feuersalamander und andere Schwanzlurche. Ein eingeschleppter Pilz droht die Tierart auszurotten.

„Im Moment sieht es nicht gut aus“, sagt Vanessa Schulz. Dann seufzt sie kurz und erzählt von dem heimtückischen Pilz, dem sie und ihre Kollegen auf die Spur kommen wollen. Bsal oder auch „Salamanderfresser“ – diesen Namen haben ihm die Fachleute gegeben.

Der Hautpilz ist aggressiv und sehr gefährlich – nicht für uns Menschen, aber für Salamander und Molche. Er befällt die Haut der Tiere und löst eine schlimme Krankheit aus. In unserem Nachbarland, den Niederlanden, hat er die Tierart schon fast ausgerottet.

Jetzt befürchten die Forscher, dass in anderen Ländern etwas Ähnliches passieren könnte. Die ersten kranken Tiere wurden auch schon entdeckt – in der deutschen Eifel, einer Gegend im Westen von Deutschland, ganz in der Nähe von Ostbelgien. Und auch in Essen, einer Stadt im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen.

„Das Problem ist, die Feuersalamander zeigen keine Immun-Antwort“, erklärt Vanessa Schulz. Das bedeutet, ihr Körper kann sich gegen den Pilz nicht zur Wehr setzen. Die Tiere haben keinerlei Abwehrkräfte und dadurch hat der Pilz wiederum leichtes Spiel.

„Die Haut sieht wie angefressen aus“, erklärt die Expertin. Auf den gelben Hautflecken der Tiere kann man kleine, schwarze Kringel entdecken. Nach etwa 14 Tagen sind die Salamander tot. Doch wo kommt dieser Pilz her? Die Fachleute vermuten, dass er aus Asien eingeschleppt wurde, durch den Handel mit asiatischen Lurchen.

Diese sind gegen den Pilz immun, er kann ihnen also nicht gefährlich werden. Vermutlich haben Züchter einige Tiere in der freien Natur ausgesetzt, ohne böse Absicht – aber seitdem breitet sich der Pilz aus.

Wie das genau passiert und über welche Wege, das wollen die Forscher gerade herausfinden. Denn nur so können sie Ideen finden, wie man die Ausbreitung stoppen kann. Bisher vermuten die Forscher, dass Menschen den Pilz mit sich herumschleppen – zum Beispiel an Schuhen, wenn sie durch den Wald spazieren. Aber auch Frösche, Kröten und Wasservögel könnten zur Verbreitung beitragen.

Um dem Feuersalamander zu helfen, arbeiten die Forscher außerdem an einem Rettungsprojekt – einer Art Arche Noah. An der Universität in der Stadt Bielefeld wollen sie eine große Zucht aufbauen mit mehreren Hundert Feuersalamandern. Dafür suchen sie gerade passende Tiere. Diese sollen sich dort vermehren. Sollten die Forscher ein Mittel gegen den Pilz finden, könnten die Salamander irgendwann sogar wieder freigelassen werden. (dpa)

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