Eine Krippe gehört auch zu Weihnachten

Brauchtum

Das Bild zeigt eine Weihnachtskrippe mit Maria, Josef, Jesus und einem der Heiligen Drei Könige. Auch der staunende Dudelsack-Spieler darf nicht fehlen. | Foto: Karlotta Ehrenberg/dpa

Für viele gehört zum Weihnachtsfest nicht nur ein geschmückter Tannenbaum, sondern auch eine Weihnachtskrippe. Doch wie entstehen die Krippe und ihre Figuren eigentlich?

In der Vorweihnachtszeit kommen viele Besucher in eine enge Gasse im Zentrum von Neapel. Das ist eine Stadt im Land Italien. Sie ist berühmt für ihre Weihnachtskrippen. In dieser Gasse haben viele Krippenbauer ihre Werkstatt. Eine Krippe stellt die Weihnachtsgeschichte nach. In einem Stall sind Maria, Josef, Jesus und die Tiere zu sehen. Dazu kommen Engel sowie Menschen, die das Jesuskind bestaunen und reich beschenken. Neben kleinen, meist in Fabriken produzierten Tonfiguren, gibt es von Hand gefertigte Krippenfiguren. Sie sind sehr aufwendig zu machen und recht teuer. Deshalb werden nicht so viele davon verkauft.

Einige Krippenbauer in Neapel stellen sie aber dennoch her. Und zwar so, wie schon seit Hunderten Jahren. Marco Ferrigno ist einer von ihnen. „Ich habe das Handwerk von meinem Vater gelernt“, sagt er. Und der hatte es von seinem Vater und der wiederum von seinem Vater. Obwohl die Familie Ferrigno mehrere Läden besitzt, kriegen sie ihre vielen Figuren und Krippen darin kaum unter. Bis unter die Decke ragen die Regale. Im kleinen Hinterzimmer im ersten Stock können nur einige der neun Mitarbeiter werkeln. Auch die Ladenräume reichen nicht aus. Einer arbeitet auf einem winzigen Podest und ein anderer auf dem Balkon. Einer malt in der Küche. Jeder übernimmt dabei einen ganz bestimmten Arbeitsschritt.

Einige modellieren zum Beispiel die Köpfe der Krippenfiguren aus Ton. Und zwar nach einer genauen Zeichnung des Gesichts. Sind sie fertig, müssen die Köpfe der Figuren erst getrocknet und dann über Nacht im Ofen gebrannt werden. Doch den Köpfen fehlen noch die Augen! „Für die ist mein Cousin Luca zuständig“, sagt Herr Ferrigno. Mit einem feinen Pinsel malt Luca die Iris und Pupillen von hinten auf winzige Glaskristalle. Ein anderer Mitarbeiter setzt die Augen in die Köpfe. Und wieder ein anderer malt die Köpfe an. Marco Ferrignos Neffe Davide bemalt Arme und Beine der Figuren. Die sind aus Holz. Die Körper fertig eine Frau namens Pina bei sich zuhause. Darauf werden später die Köpfe und die Glieder mit Holzstäbchen gesteckt. Jetzt fehlen nun nur noch die Kleider. Sie werden von Hand genäht. „Die Stoffe sind aus Seide und kommen aus einem Dorf hier in der Nähe“, sagt Herr Ferrigno. So will es der alte Brauch, den seine Familie streng einhält. (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte beachten Sie unsere Netiquette, wenn Sie den Artikel kommentieren möchten.