Abschied von Katze Fea im Tierkrematorium

Tiere

Im Tierkrematorium in München gibt es auch Gräber für die Tiere. | Foto: Sven Hoppe/dpa

Lea ist fast vier Jahre alt. Sie kann sich gar nicht erinnern, wie es ohne Fea war. Ohne ihre kuschelweiche Siamkatze mit den spitzen Ohren, die so schön schnurren konnte. Vor ein paar Wochen ist Fea gestorben. Sie war sehr krank, konnte nichts mehr fressen und ist immer schwächer geworden. „Der Tierarzt hat gesagt, dass es keine Medizin für sie gibt und er nichts mehr machen kann“, sagt Christiane Brandt, die Mama von Lea. Bald darauf schlief Fea ein.

Lea und ihre Eltern waren sehr traurig. Sie hätten die Katze gern draußen beerdigt und ihr ein schönes Grab gebaut. Die Familie wohnt aber in München in einer Wohnung. Der Tierarzt fragte, ob sie den Tierleichnam bei ihm lassen wollen. Dann wäre Fea in eine Tierkörper-Verwertung gekommen. „Das wollten wir aber nicht. Wir wollten uns liebevoll von Fea verabschieden“, sagt Christiane Brandt. Sie entschieden sich, Fea in ein Tierkrematorium zu bringen. Dort werden Tiere verbrannt. In München und auch in anderen größeren Städten in Deutschland gibt es das.

Im Krematorium in München begrüßte eine Mitarbeiterin die Familie und gab ihr einen Karton, in den sie Fea hineinbettete. Lea hätte ihr gern ein Kuscheltier mit hineingelegt. Doch das ist nicht erlaubt. „Leider dürfen nur Andenken aus natürlichen Materialien mitgegeben werden“, sagt Anna Walter, die Büroleiterin des Krematoriums. Oft malen Kinder noch ein Bild für ihr geliebtes Haustier, schreiben einen Abschiedsbrief oder legen Blumen in den Karton. Lea durfte mit ihren Eltern in den Abschiedsraum, den „Raum der Stille“. Dort war die Familie für sich, Kerzen brannten, und sie konnten alle noch einmal in Ruhe an Fea denken. Auch einen Fernseher gab es dort. „Wer möchte, kann dem Beginn der Einäscherung zusehen“, sagt Anna Walter.

Die Asche dürfen die Besitzer später mitnach Hause nehmen.

Die Kartons mit dem toten Tier darin fahren auf einem automatischen Band durch eine Klappe in einen großen Ofen aus Metall. Sie werden verbrannt. Die Asche dürfen die Besitzer später mit nach Hause nehmen. Auch die Familie Brandt hat die Asche von Fea mitgenommen. „Jetzt ist Fea wieder zu Hause“, sagt Lea manchmal, wenn sie das Gefäß im Regal anschaut. „Für Lea war es wichtig, zu sehen, was mit Fea passiert. Sie weiß jetzt, dass der Tod zum Leben dazugehört“, sagt Christiane Brandt. (dpa)

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