„Walk-OFF-Tihange“ – 75 Kilometer-Wanderung von Tihange nach Aachen

Umweltaktion

Zielankunft der 75-Kilometer-Wanderung und des Staffellaufs im Rahmen der Umweltaktion „Walk-OFF-Tihange“ von Tihange über Lüttich nach Aachen war der Marktplatz der Kaiserstadt. | Foto: privat

Am Sonntag, 26. August, sind zwei junge sportliche Atomkraftgegner 75 Kilometer von Tihange über Lüttich nach Aachen gewandert.

Markus Mertens und Robert Seiffert waren diese Tour in 2017 schon mal als ihren individuellen Beitrag zur damaligen Menschenkette gelaufen. Sie wollen verdeutlichen, in welcher Nähe Aachen zum Risse-Reaktor Tihange 2 liegt, indem sie die Strecke zu Fuß zurücklegen.

Diesmal hatten sie ihren Walk aber mit dem Aktionsbündnis gegen Atomenergie in Aachen (AAA) und mit diversen belgischen Anti-Atomgruppen geplant, sodass sie durchgehend von wechselnden Gruppen und insgesamt über 100 Mitmarschierern begleitet wurden.

Die Tour begann noch in dunkler Nacht um vier Uhr. Mitglieder vom AAA hatten sie mitten auf die Brücke vor dem AKW-Tihange gebracht. Dort warteten 20 belgische AKW-Gegner. Man versammelte sich vor dem Transparent „Walk-OFF-Tihange“ für das Startfoto.

Im Hintergrund stand der klare Vollmond und die gespenstische Kulisse der Kühltürme. Das Startzeichen für die Wanderung waren gelbe Bengalos – und ab ging die Tour der Zwei in Begleitung von elf Mitmarschierern entlang der Maas in Richtung Lüttich.

Die Gruppe erreichte um neun Uhr den geplanten Zwischenstopp in Lüttich Guillemins. Dort warteten schon 40 AKW-Gegner von Ecolo, Fin de Nucleaire, Greenpeace Belgium, Nucléaire Stop Kernenergie (NSK) und ein TV-Team von RTL. In der Pause wechselte die Begleitgruppe.

Dann ging es weiter nach Herve. Dort wurde die Gruppe unter anderem von Greenpeace Belgium und dem AAA erwartet und auf den folgenden Kilometern bis in die Deutschsprachige Gemeinschaft begleitet.

In Kelmis, nahe der deutsch-belgischen Grenze, standen über 60 Menschen Spalier, um die Laufgruppe dort mit Transparenten, Musik und Gesang zu empfangen. Nach der Pause wurden auch hier die beiden Wanderer durch eine neue Gruppe begleitet.

Pünktlich um 18.45 Uhr erreichte der Walk-OFF-Tihange das Ziel am Marktplatz in Aachen. Dort hatte das AAA ein kleines Fest organisiert. Es wurde gratuliert, es wurde geredet. Natürlich wurde die Gefährdung durch den Risse-Reaktor erwähnt. Walter Schumacher vom AAA ging insbesondere auf die aktuelle Diskussion über die behauptete „Sicherheit von Tihange“ ein: „Tihange-2 hat tausende Risse von einer unklaren Herkunft, die überall sonst in Europa zur dauerhaften Stilllegung des Reaktors geführt hätten. Wir können nur ganz stark hoffen, dass es uns erspart bleibt, dass wir ‘Recht‘ hatten“ … Auch im belgischen Redebeitrag von Leo Tubbax (NSK) wurden die Probleme der Reaktoren in Tihange benannt. Und Tubbax bat ausdrücklich die deutsche Anti-Atombewegung um weitere Unterstützung beim Kampf um die Abschaltung der belgischen AKW’s.

Schließlich wurde noch ein „Wanderpokal“ durch den Aachener Langstreckenläufer Mussa Hudrog überreicht. Er lobte die politische Intention der beiden Walker. Für die beiden Läufer dankte Mertens und betonte noch mal ausdrücklich den politischen Charakter ihres Walks: „Wir sind heute durch einen Teil der Region gelaufen, für die der marode Reaktor Tihange 2 ein Risiko darstellt. Tihange ist von Lüttich nur 25 Kilometer Luftlinie entfernt. Bis Maastricht sind es nur 47 Kilometer und bis zum Aachener Stadtzentrum nur 64 Kilometer Luftlinie. Die Sorgen der Menschen in den Niederlanden, in Deutschland und in Belgien müssen endlich ernstgenommen werden.“

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