Soroptimist Eupen informiert zum Weltfrauentag am 8. März – „We stand up for women!“

Aufruf

Die Soroptimist-Aktivistinnen. V.l.: Sylviane Juffern-Frisque (Präsidentin Soroptimist Eupen), Renata Trottmann-Probst (Präsidentin Soroptimist International of Europe), Bettina Van Wissen Felten, Yvonne Rosewick. | Foto: privat

Ein weiterer Aufruf von Frauen, die sich über sexistische Äußerungen der Männerwelt ärgern, wäre bestimmt nicht angebracht. Es gibt aber weiterhin viele, sehr ernstzunehmende Themen, die wir zum Ausdruck bringen möchten, ganz besonders am 8. März am Weltfrauentag.

Der Soroptimist Eupen möchte an diesem Tag an die Worte der Schweizer Juristin und Präsidentin des Soroptimist International of Europe Renata Trottmann-Probst anknüpfen. „We stand up for Women!“ So der Slogan, den die Schweizerin ganz bewusst gewählt hat. Sollte man im Jahre 2018 immer noch dafür kämpfen, die Rechte der Frauen zu verteidigen?

Nach reifer Überlegung ist Renata Trottmann-Probst zu einem klaren „Ja“ gekommen. Als überzeugte Soroptimistin ist sie stolz der über 34.000 Mitglieder in Europa und Afrika zählenden Internationalen Organisation nicht nur anzugehören, sondern auch für zwei Jahre das Mandat der Präsidentschaft auszuüben.

Die Soroptimist-Aktivistinnen. V.l.: Sylviane Juffern-Frisque (Präsidentin Soroptimist Eupen), Renata Trottmann-Probst (Präsidentin Soroptimist International of Europe), Bettina Van Wissen Felten, Yvonne Rosewick. | Foto: privat

Wir sind eine große Gruppe Frauen, aber unsere Interessen und Sorgen hängen unvermeidlich von unserem Lebensumfeld sowie Kulturkreis, in dem wir uns bewegen, ab. Könnte man nicht auch anmerken, dass sich manches lokale Problem zum globalen Problem entwickelt hat?

In Zentraleuropa hat man sich, über Jahre, nicht mit dem Thema Menschenhandel auseinandersetzten müssen, nun betrifft es auch viele Teile in Europa. Der Politik bleibt nichts weiteres übrig, als dieses Thema auf die Tagesordnung zu setzen. 80 Prozent der Opfer weltweit sind Frauen und Kinder.

Belgien ist Herkunfts-, Bestimmungs- und Transitland für die Opfer dieses Menschenhandels. Glücklicherweise hat die Belgische Regierung bereits wichtige juristische Schritte unternommen, um diesen Verbrechen entgegenzuwirken.

Ein weiteres Thema ist die Beschneidung, bzw Genitalverstümmelung von jungen Frauen. Mit der Globalisierung hat sich das Beschneiden der Genitalbereiche der Frau auch auf die Immigrationsländer ausgebreitet.

Im Jahre 2012 hat eine Studie in Belgien folgende Zahlen hervorgebracht: 48.000 Frauen und Mädchen, die in Belgien leben, stammen aus Ländern in denen Beschneidung als die Regel gilt. Von diesen Frauen und Mädchen wurden mehr als 13.000 beschnitten und bei 4.000 besteht die Gefahr, dass ihnen diese grausame Prozedur noch bevorsteht.

Um diese Mädchen und Frauen zu schützen gibt es in Belgien ein Gesetz, welches die Beschneidung bei Mädchen und Frauen untersagt, sei es in Belgien oder auch außerhalb des Landes. Ebenfalls werden seit 2014 Personen bestraft, die Mädchen und Frauen zu dieser Maßnahme ermutigen oder diese schreckliche Maßnahme bewerben.

Ähnlich könnte man sich wohl zum Thema Zwangsheirat äußern. Viele junge Mädchen haben nicht einmal das zarte Alter von 18 Jahren erreicht und werden unfreiwillig verheiratet. Dies häufig aus Armuts-, Traditions- oder Ehrengründen. Glücklicherweise zählt Belgien zu einem der ersten Länder Europas, das seit 2007 die Zwangsheirat und der Versuch zur Zwangsheirat strafrechtlich verfolgt.

Die Grundrechte der Frauen liegen allen Soroptimistinnen am Herzen, und genau aus diesem Grund hat Renata Trottmann-Probst sich für ihre zweijährige Präsidentschaft unter anderem diese Themen auf die Fahne geschrieben. „We stand up for women!“, denn gemeinsam können wir so viel mehr bewirken.

Diese in unseren Breitengraden als neu erscheinende Phänomene können wir in unserem Verband gemeinsam entgegenwirken. Als engagierte Organisation für die Grundrechte von Frauen müssen wir die öffentliche Meinung darauf aufmerksam machen sowie Lobbyarbeit leisten, denn nur so werden wir Ungerechtigkeiten ansprechen, bearbeiten und letztendlich verhindern können.

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