„Walen buiten“

Sprachenstreit

Zum Artikel „In Löwen galt „Walen buiten“ (siehe GE vom 16. Februar, Seite 4) schreibt Jean-Bruno Jacoby aus Eupen:

Wallonen und Flamen, die praktisch getrennt im selben kleinen Land leben, sind eine enorme Herausforderung. Wenn ich mich nicht täusche, wurde die flämische Sprache ignoriert, als Belgien gegründet wurde. So geschah es, dass im Krieg 1914-1918 etliche flämische Soldaten ihr Leben verloren, weil sie die Kommandos in französischer Sprache nicht verstanden.

Französisch war noch vor dem Zweiten Weltkrieg in Antwerpen die Umgangssprache der wohlhabenden Bürger. Und ich erinnere mich, als ich um 1935 in Gent ein französisches Gymnasium besucht habe. Ein Glück ist es, wenn heutzutage unsere Monarchie eine aktive Verbindung zwischen Wallonen und Flamen darstellt. Wäre es utopisch zu hoffen, dass eine Annäherung unserer Sprachgebiete möglich sein könnte, wenn Arbeit und Kulturgruppen zum Austausch kämen?

  1. Herr Jacobi, die Behauptung, dass flämische Soldaten gestorben sind, weil sie französische Befehle nicht verstanden ist ein von der flämisch-nationalistische Bewegung konstruierter ideologischer Mythos – das sage nicht ich, sondern die Mehrheit der (flämischen) Geschichtswissenschaftler, unter anderem Marc Reynebeau, Sophie de Schaepdrijver, usw.

    Bevor sie dummes Propagandageschwätz von flämischen Nationalisten nachplappern, sollten sie sich informieren.

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