Spielchen

Politik

Zum Kommentar „Wie viel Spiel steckt in der Demokratie?“ von GE-Redakteur Patrick Bildstein (siehe GrenzEcho von Samstag, 16. Dezember, Seite 2) schreibt Josef Stoffels aus Recht:

Patrick Bildstein wagt es, der Katze die Schelle umzuhängen: Er zeigt unserem MP die Gelbe Karte. Zu Recht, denn die genannten Spielchen sind bekannt, und nicht nur O. Paasch (ProDG) spielt sie. In Bütgenbach z.B. sind die Schöffen Ch. Servaty (SP) und D. Franzen (CSP) seit Jahren ein eingespieltes Team, während sie in Eupen als Fraktionsvorsitzende Mehrheit und Opposition spielen.

Brenzlige Situationen werden heruntergespielt und ausgesessen, so im Fall des Lontzener Bürgermeisters A. Lecerf (CSP), der bei fünf Sitzungen der Interkommunalen Publifin mitspielte, was ihm mal eben 67.000 € einspielte. Ministerin I. Weykmans (PFF), verantwortlich für Denkmalschutz, wollte keine Spielverderberin sein und spielte ihrem Parteifreund und Bürgermeister E. Dannemark in die Karten, indem sie ihm grünes Licht für ein dubioses Bauprojekt gab.

Eine Schule spielt mit den DG-Politgrößen Lambertz und Paasch „Nachsitzen“, wobei unserem MP ein übles Foulspiel unterläuft: Er nutzt das „Nachsitzen“ zum Nachtreten und spielt einem ehemaligen Lehrer übel mit, indem er ihn öffentlich (auf Youtube zu sehen) als „schlechten Lehrer“ diskreditiert. Je länger gewisse Politiker im Amt sind, je sicherer sie das Spiel der Macht zu beherrschen glauben, umso dreister spielen sie sich auf. Auch in unserem politisch so engmaschig vernetzten Ostbelgien sollte ein Journalist auf solch falsches Spiel hinweisen dürfen, ohne dass dies für ihn ein böses Nachspiel hätte. Ansonsten kann man mit Erich Fried fragen: „Ist eine Demokratie / in der man nicht sagen darf / dass sie keine / wirkliche Demokratie ist / wirklich eine / wirkliche Demokratie“.

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