Sauberkeitsentwicklung

Soziales

Zum Artikel „Zu wenig Zeit für Sauberkeitserziehung“ (siehe GrenzEcho vom 18. Dezember, Seite 3) schreibt Katja Allendorf aus Gemmenich:

Ach du Scheiße! Keine Zeit für Sauberkeitsentwicklung? Senkung des Kindergartenalters von 2,5 auf 3 Jahre oder so? In welcher Zeit leben wir eigentlich? Kinder entwickeln sich unterschiedlich. Es gibt sanguinische, phlegmatische, cholerische und melancholische Kinder. Sie sind hoch- oder tiefbegabt oder vielleicht hochsensibel oder hochsensitiv.

Jedes Kind ist anders. Soweit so gut. Jetzt geht es um Wurst und Windel im fliegenden Wechsel. Spannendes Thema! Wer erinnert sich noch an die Zeiten von Krabbelgruppen, Babyschwimmen, Turngruppen, PeKip und mehr? Unsere Generation hat (in D) die Kinder noch „von Hand“ aufgezogen, das scheint heute nicht mehr möglich zu sein. Irgendwie schade. Gerade sensible und empfindsame Kinder können unter der (zu) frühen Lösung vom vertrauten Elternhaus leiden: das Problem des Einnässens und Co wäre damit „selbstgemacht“.

Würden die Kinder länger zuhause bleiben, könnte sich so manches Problem mit der Sauberkeit von selbst erledigen. Welche Ursache haben die im Artikel über das RZKB genannten „gesellschaftlichen Veränderungen“? Warum nehmen sich die jungen Frauen heute nicht die Zeit, ihre eigenen Kinder groß zu ziehen statt Optimierungsstudien festzuschreiben und deren Ziele „in Angriff zu nehmen“? Welchen gesellschaftlichen Wert haben persönliche Erfahrungen mit dem eigenen (Klein)Kind? Von den 2.900 Kindern, die vom RZKB betreut werden, sind circa 600 Kinder hochsensibel und 60 Kinder hochbegabt. Ich bezweifle, dass es für die Kinder zielführend im Sinne von Glück, Sauberkeit und Wohlbefinden ist, wenn sie (zu) früh und (zu) lange in Gruppen fremdbetreut werden. Möge uns zu Weihnachten der Zauber der Geburt und der Reichtum im Umgang mit kleinen Kindern bewusst werden.

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