Mutter-Vater-Kind oder Schneeflockenschwester und Klonbruder

Gesellschaft

Zur Rolle der Familie schreibt Katja Allendorf aus Gemmenich:

Familie ist ein weites Feld. Schon zu Goethes Zeiten gab es das Bedürfnis nach Wahlverwandtschaft, sicher nicht ohne Grund. Heute hat sich die Definition von Familie auf eine ganz neue Weise erweitert. Während die Kinder früher „Mutter, Vater, Kind“ spielten, dürfen heute Leihmütter, Samenspender, Schneeflockenschwestern in Tiefkühlapparaturen und Klonbrüder in Affenställen mitspielen, und vielleicht findet dieses Spielen bei der dritten Oma oder dem Stiefopa des angeheirateten Vaters des Papis statt. Während das Diversitätsbarometer des interföderalen Zentrums für Chancengleichheit den sozio-ökonomischen Status und den Bildungsstand ausschließlich der Mutter erfasst, entwickelt sich eine regelrechte „Beratungsindustrie“ rund um die wie auch immer geartete Familie. Während Mütter auf der einen Seite für „alles“ zuständig sind, gibt es zu jedem Thema sogenannte Experten, die eben dieses „alles“ besser wissen: Kindergärtner, Lehrer, Richter, Psychologen, Arbeitgeber, alle wissen genau, wie Familie gefälligst zu funktionieren hat. Es ist begrüßenswert, dass am 27.2. und am 7.3. die Familien selbst zu Wort kommen dürfen. Es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis Familien ihre Wunschkinder erst nach genetischen Tests empfangen bzw. zeugen dürfen und Genehmigungen von einer „Kinderwunschbehörde“ eingeholt werden müssen, ob eine bestimmte Familienkonstellation den Anforderungen der Gesellschaft genügt.

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