Jodtabletten gratis beim Apotheker

Gesundheit

Zur kostenlosen Verteilung von Jodtabletten schreibt Gabi Regulla aus Hergenrath:

Stolz blicken die Gesundheitsministerin Maggie De Block und Innenminister Jan Jambon mit einer Schachtel Jodtabletten in der Hand in die Kamera und verkünden, dass jeder sich diese jetzt kostenlos in der Apotheke abholen kann. Jugendliche und Schwangere können sich so im Falle eines Atomunfalls vor Schilddrüsenkrebs schützen. Als weitere Schutzmaßnahme sollen wir uns in das Innere eines Gebäudes begeben, Türen und Fenster schließen. Und dann? Warten wir, bis die Atomwolke vorübergezogen ist? Danach lüften wir mal ordentlich, atmen tief durch und ernten im Garten kontaminiertes Gemüse? Aber Ostbelgien ist ja außerhalb des 20-km-Radius von Tihange; da wird ja alles gar nicht so schlimm. Dann haben wir halt ein wenig radioaktive Stoffe eingeatmet oder nehmen sie über das Wasser oder den Boden auf. Und da die Jodtablette doch kein Allrounder ist, kann es durchaus sein, dass ein paar Kinder und Jugendliche an Leukämie erkranken statt an Schilddrüsenkrebs.

Liebe Frau De Block, lieber Herr Jambon! Ihr neuer Noteinsatzplan beruhigt in keinster Weise. Die in die Jahre gekommenen Atomkraftwerke in Tihange und Doel machen zu oft Schlagzeilen. Die Pannenserien mit Notabschaltungen, die nachweislichen Risse, der insgesamt marode Zustand der veralteten Anlagen sind mehr als beunruhigend. Und trotzdem spricht man über Laufzeitverlängerung. Ja, da hat Herr Joseph Meyer aus St.Vith schon recht mit seinem Leserbrief vom 7. März zum gleichen Thema. Man ahnt, wie stark die Macht der Energieversorger über die Politiker in Belgien sein muss. Denn warum sonst wehrt man sich mit aller Kraft, alternative Energien voranzutreiben und diese Ruinen abzuschalten, bevor wir ein zweites Tschernobyl erleben?

Kommentare sind geschlossen.