Europas Jagdbomber

Katalonien-Konflikte

Zum Katalonien-Konflikt und zum GE-Interview mit dem EU-Abgeordneten Pascal Arimont (siehe GrenzEcho von Freitag, 3. November, Seite 6) schreibt Carl Schumacher aus Bütgenbach:

Es ist kaum zu glauben. Da werden in einem EU-Mitgliedsland Politiker wegen ihrer Meinung und weil sie dem Wunsch eines großen Teils der Bevölkerung (wenn nicht der Mehrheit) entsprechen ins Gefängnis gesteckt. Politische Gefangene in der EU. Ist das Europa? Ungarn darf laut EU keine illegalen Migranten aussperren, aber Spanien wohl politische Gegner einsperren. Polen darf seine Justiz nicht neu ordnen, Spanien aber politische Urteile fällen. Spanien folgt seinen Gesetzen? Und die Türkei, darf die dann ihren „Gesetzen“ auch folgen und unbequeme Menschen einsperren? Es zählt also nicht, was getan wird, sondern wer es tut? Europäische Werte? Sind das die Werte, die den Politikern gerade in den Kram passen? Man schweigt zu politischen Gefangenen in Europa, empört sich aber, wenn in Timbuktu jemand der Katze auf den Schwanz tritt. Unser Europaabgeordneter findet das in Ordnung und macht sich Sorgen um Belgien und die N-VA. Er solle sich besser Sorgen um Europa und seinen Arbeitsplatz machen. So eine Politik (und solche Politiker) in Europa braucht niemand. Und Europas Schweigen ist für Rajoy so hilfreich, wie Adolfs Jagdbomber für Franco waren.

  1. Gegen die besagten Politiker wird nicht wegen ihrer Meinung (die noch immer frei ist) ermittelt, wie viele lauthals behaupten, sondern, weil sie offensichtlich das Gesetz gebrochen haben. Wer über eine rote Ampel fährt, muss eben damit rechnen, daführ geahndet zu werden. Das gilt für Otto-Normalbürger genauso wie für Politiker.

    1. Und wann die Todesstrafe für Parksünder? Sich hier auf Gesetze (??) berufen ist wie : Befehl ist Befehl. Mit dieser Ausrede wurde schon viel Unheil angerichtet.
      Die katalanischen Politiker haben nichts anderes getan als ihr Volk um seine Meinung gefragt und den Willen des Volkes und des Parlamentes ausgeführt. So funktioniert nun mal Demokratie, oder?
      Wenn dies laut dem spanischen Gesetz nicht rechtlich ist, so ist das eine Sache, eine andere ist die Politiker dafür mit 30 Jahren Haft zu bedrohen und ins Gefängnis zu stecken.

    2. Herr Schumacher, das „Unheil“ besteht vor allem darin, dass Leute wie sie meinen, dass das Gesetz nicht anwendbar ist, wenn es nicht ihrer Sicht der Dinge entspricht.

      Das katalanische Volk hat regelmäßig seine Meinung kundgetan, nämlich bei Wahlen. Das Referendum ist nicht nur, um es noch einmal zu sagen, offensichtlich gesetzeswidrig, sondern auch, wie Herr Leonard angemerkt hat, völlig unrepräsentativ, da es die „Meinung“ von nur ca. 36% der Katalanen widerspiegelt.

  2. Herr Schumacher greift Journalisten an und wirft ihnen das Verbreiten von Unwahrheiten und Fake-News vor und bastelt sich selbst seine Wahrheit so, wie sie ihm in den Kram passt. Wenn 40% der Wahlberechtigten bei einem gesetzeswidrigen Referendum zu 90% die Unabhängigkeit Kataloniens fordern sind dies genau 36% der katalonischen Bevölkerung. Fake-News verbreiten bedeutet, dies als Mehrheit der Katalanen darzustellen.

    1. Das gilt aber auch für jede andere demokratische Wahl, Herr Leonard ! Siehe z.B. Wahlbeteiligungs-Werte in Deutschland. Wer nicht wählen geht ist mit jedem Ergebnis einverstanden. Was nicht den Umkehrschluss erlaubt dass jeder der wählen geht sich mit jeder sich daraus ergebenden Koalition einverstanden sein muss.
      Fazit : Wählen gehen oder nicht, der Wähler hat im Allgemeinen sowieso nichts zu „kamellen“ … Ausgenommen bei „bipolaren“ Wahlgaengen (ja-nein, meist Volksbefragungen“, wie in Katalonien, oder wenn nur 2 Parteien antreten, eher selten).

    2. Ich bastele mir keine Wahrheit. Sie machen den gleichen Fehler wie die Journalisten. Sie wissen nichts, unterstellen mir eine Meinung und brüllen drauf los.
      Ich habe mich in keinem Moment zu dem Ausgang des Referendums geäussert, sondern lediglich über die Reaktion der spanischen Regierung und Justiz.
      Wenn Sie mich kritisieren wollen, dann bitte wegen meiner Aussagen und nicht wegen dem was Sie meinen.

    1. Wieso 42% un€ wieso Milchmädchenrechnung?
      Der Unterschied zu einer demokratischen Wahl ist, dass das Referendum in Katalonien per Gericht verboten (!) wurde und die Unabhängigkeitsgegner wohl erst gar nicht zur Wahl gegangen sind, wie das Ergebnis verdeutlicht. Somit ist es unredlich, eine Legitimation aus einer 36% (!) absoluten Zustimmung der Bevölkerung abzuleiten.

  3. @C. Schumacher
    Wenn sie sich nicht auf das verbotene Referendum beziehen, woher nehmen sie dann die Erkenntnis, dass „ein großer Teil der Bevölkerung (wenn nicht die Mehrheit)“ für eine Unabhängikeit Kataloniens sind?
    Das Referendum war so, wie es organisiert und durchgeführt wurde ungesetzlich. Puigdemont hat nicht seine Meinung gesagt sondern gegen Gesetze verstoßen. Dass dies nicht mit 30 Jahren Haft zu bestrafen ist und die spanische Regierung jedes Maß vermissen lässt, sehe ich auch so.
    An diplomatischen Geschick fehlt es wohl beiden Parteien. Die Separatisten werden bei den nächsten Wahlen erfahren, welches ihre demokratische Legitimation ist. Weder eine parlamentarische Mehrheit noch das Resultat eines verbotenen Referendums gaben ihnen diese Legitimation, die Unabhängigkeit Kataloniens zu verkünden. Sich ins Ausland abzusetzen statt sich seiner Verantwortung zu stellen, zeugt zudem von wenig revolutionärem Rückgrat. Sein instrumentalisiertes katalonisches „Volk“ lässt er fragend zurück.

    1. Herr Puigdemont ist bei den letzten Wahlen mit dem Versprechen angetreten eine Volksabstimmung durchzufûhren. Im Parlament hatte seine Regierung die Mehrheit um dies zu gestatten und durchzuführen. Er hat sein Wahlversprechen erfüllt. Punkt.
      Darauf bezieht sich mein Satz : „…wegen ihrer Meinung und weil sie dem Wunsch eines großen Teils der Bevölkerung (wenn nicht der Mehrheit) entsprechen.“
      Ich habe also keineswegs behauptet die Mehrheit sei für die Unabhängigkeit. Sie unterstellen mir weiterhin einen Standpunkt oder eine Meinung die ich nicht geäussert habe. Sie sollten Polit-Journalist werden.

  4. peinlich, einfach nur peinlich !!!!
    da meint wirklich jemand, dieser Brandstifter und Volksaufhetzer Puigdemont oder besser Putschdemont hätte das Recht, sich gegen spanisches Recht und gegen die spanische Verfassung zu wenden und einen eigenen Staat auszurufen, nur weil ihm “ ein paar Idioten“ zujubeln ??
    Nee, Herr Schumacher, so geht das nicht. . .
    und Ihr Vergleich mit Franco / Adolf stammt aus den Nachrichten kopiert !! (hab´s auch gesehen)
    aber hier sieht man, wie solche dummen Argumente vom Volk begeistert aufgenommen werden.
    Grüße an die hoffentlich nicht nächste Volksrepublik Bütgenbach.

    1. Sie können mir sicherlich sagen wo Sie den Vergleich mit Adolfs Jabos gelesen haben, ich habe ihn nirgendwo gelesen und kopiert.
      Wenn Sie mit „die paar Idioten“ die 2.000.000 Katalaner meinen die im Referendum für eine Unabhängigkeit gestimmt haben, so wäre ich an Ihrer Stelle etwas vorsichtiger. Der „Idioten“ werden jeden Tag mehr und es sind vor allem junge Leute. Diese sowie ihre jetzigen und zukünftigen Familien hegen wohl in nächster Zukunft nicht die grosse Liebe für Spanien.

  5. @ Schumacher
    1. Interview eines katal. Europaabgeordneten auf TV EEN , 6.11.17, 13 Uhr Nachrichten
    2. wenn man Ihrer Logik folgt, kann also jeder demokratisch gewählte Volksvertreter bei genug „Fans“ seine eigene „Nation“ ausrufen ?? Dann haben wir ja richtig Glück gehabt, dass Fred Evers ein so vernünftiger Mann war . . . .
    Ich glaube nicht, das Sie, Herr Schumacher, die Zusammenhänge des Tuns von Herrn Putschdemont begreifen werden, wollen oder können . . .
    Ende und aus !!

    1. Ach Frau Hübner !
      Mein Leserbrief wurde am Freitag, den 03/11/2017 verfasst und am Samstag, den 04/11/2017 veröffentlicht.
      Wie konnte ich da etwas kopieren dass erst am 06.11.2017 um 13.00 Uhr in den Nachrichten kam?
      SIe werfen mir vor die Zusammenhänge nicht zu begreifen, erfinden aber selbst Sachen die ich nie gesagt oder geschrieben habe und unterstellen mir Plagiat. Peinlich, Peinlich.

  6. @C. Schumacher
    Obwohl sie offensichtlich an den Lippen der NVA hängen nochmal:
    kein katalanischer Politiker ist wegen seiner Meinung inhaftiert worden sondern wegen Gesetzesübertretungen. Auch ein Regionalparlament muss die Landesverfassung und nationale Gesetze beachten, auch wenn dies Separatisten nicht in den Kram passt.
    Da sie auch über die Mehrheitsverhältnisse im katalonischen Parlament nicht gut informiert sind empfehle ich ihnen die Lektüre des Interviews mit Josep Borrell, dem ehemaligen und aus Katalonien stammenden Präsidenten des Europaparlamentes im letzten Stern. Legen sie aber vorher ihrer NVA-Brille ab.

    1. Sie unterstellen mir ja schon wieder etwas, diesmal :“an den Lippen der NVA“ zu hängen und ein „NVA Brille“ zu tragen.
      Die Wahl 2015 zum katalonischen Parlament :
      „.. Bei der Wahl entfiel auf diejenigen Kräfte, die eine einseitige Unabhängigkeitserklärung befürworten (Junts pel Sí (JxSí) und CUP), die absolute Mehrheit im Parlament (72 von 135 Mandaten).“
      Wieder nicht gelesen sonder nur vermutet?

    2. O-Ton Geert Bourgeois (N-VA):
      „Katalanische Politiker wurden wegen ihrer Meinung inhaftiert.“
      O-Ton Carl Schumacher:
      „Katalanische Politiker wurden wegen ihrer Meinung inhaftiert.“
      Cqfd

  7. Herr Leonard !
    Ich glaube weder dass Herr Bourgeois diese Worte in Deutsch noch in Flämisch gesagt hat.
    Ich lasse mich aber gerne von Ihnen belehren. Bitte die Meldung mit dem Originalzitat.
    Herr Bourgeois hat vieles gesagt, aber diese Worte nicht.
    Sie sollten wirklich Polit Journalist werden, im BRF oder GE. Wenn er das gesagt haben soll entschuldige ich mich, andernfalls nenne ich Sie „Blaffsack“.

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