Etwas faul bei den Zahlen?

Religion

Zu Zahlen über Religionsgemeinschaften schreibt Rolf A. Lander aus Eupen:

Bis vor einigen Jahren gab es laut inoffiziellen Zahlen, knappe 200.000 Protestanten in Belgien. Dies umfasste die Mitglieder der VPKB (offizielle staatlich anerkannte Kirche) sowie diverse Freikirchen (Pfingstler, Baptisten und freie Evangelische). Der Islam war da schon mit etwa 400.000 Mitgliedern die zweitstärkste Religionsgemeinschaft in Belgien.

Bei der Katholischen Kirche zählte man damals noch über zwei bis drei Millionen Mitglieder. Sind da nun so viele Mitglieder innerhalb einiger Jahre ausgetreten? Nach dem Bericht im GrenzEcho (Seite 5 von Montag, 9. April 2018) wäre die Anzahl Katholiken ja unter 400.000 gefallen… Mit freundlichen Grüßen.

  1. Werter Herr Lander!
    In der B.R.D.;wo die Zahl der“ Glauebigen“ registriert wird (Kirchensteuer)mag man
    objektive Zahlen besitzen.In Belgien gibt es diese Regelung nicht.Woher oblektive Zahlen nehmen,denn es duerfte evident sein,dass jede religioese Gemeinschaft Ihre Zahlen zu verschoenern.trachtet
    M.A.n ist der reale Bestand ( ich rede vom Katholizismus) alarmierend,es sei denn
    Frau Bischofsvikarin belegt objektiv das Gegenteil
    Jesus sagte:“ Aber meine Worte,werden nie vergehn“.Ob damit auch die jetzige
    ORGANISATION (Kirche) gemeint ist,waere exegetisch zu begruenden.
    Pater Meyers
    Ouagadoug ou

    1. Ja, in Deutschland gibt es objektivere Zahlen über die Religionszugehörigkeit als in Belgien, obwohl, was Pater Meyers sicherlich weiß, man gar nicht aus der (katholischen) Kirche austreten kann. Einmal als Säugling getauft, gehört man ihr bis ans Lebensende an … und auch noch darüber hinaus entweder im Himmel oder in der Hölle.

      Ich kann mich erinnern, dass früher einmal im Jahr an einem gewöhnlichen Sonntag, also nicht an Weihnachten oder Ostern, die Kirchenbesucher gezählt wurden. Ob das heute noch so ist, weiß ich nicht. Es gab und gibt vielleicht doch noch ein gewisses Zahlenmaterial. Ansonsten genügt der bloße Augenschein: Leere Kirchen, selbst an hohen Festtagen, Gottesdienste mit greisen Priestern und einer greisen Gemeinde, Durchschnittsalter über 65.

      Im Internet kann man eine Studie mit detaillierten Zahlen finden, die sich allerdings auf das Jahr 2007 beziehen. Die Situation war damals schon eindeutig und dürfte sich seitdem wohl kaum verbessert haben (Herr Leonard würde sagen, dass die sich Gott sei Dank (!) noch verschlechtert hat, alles eine Frage des Standpunktes):
      https://www.researchgate.net/publication/264466641_Pratique_religieuse_en_Belgique_en_2007_Une_analyse_statistique

      Wie man anderenorts lesen kann, ist eine neue Studie in Arbeit:
      http://www.cathobel.be/2017/10/19/cartographie-de-leglise-catholique-belge/
      Lassen wir uns überraschen…

  2. Werter Herr Schleck!
    Verwechseln Sie bitte nicht Religion und Rechtsstaat.Ich wat 25 Jahre Priester in der BRD und weiss genau,dass man de jure ( Staat) aus der Kirche austreten kann.Was der Ortspfarrer re-gistriert und was er,wenn er gefodert wird,dem Bittsteller auch sagen muss. Religioes kann die ecclesia diesen juristischen Schritt ignorieren oder fuer nicht vollzogen halten.
    Was der „Chef“ in der Obersten Himmelsetage entscheidet weiiss bekanntlich keiner.
    Pater Meyers
    Ouagadougou

    1. Nur zwei Zitate, lieber Pater Meyers:

      „Die Katholische Kirche kennt keinen Austritt aus der Glaubensgemeinschaft Kirche, da eine Taufe nicht rückgängig gemacht werden kann und sich die katholische Kirche als die Gemeinschaft der Getauften versteht. Dennoch knüpft sie an einen entsprechenden Versuch kirchenrechtliche Folgen.
      Nach ständiger Praxis bewirkt die Austrittserklärung die Exkommunikation, also nicht etwa den Ausschluss aus der Kirche, sondern den Verlust bestimmter Mitgliedschaftsrechte als Beugestrafe.“ (Wikipedia – „Kirchenaustritt“)

      Ein mal Christ durch die Taufe, immer Christ:
      „Die Taufe bezeichnet den Christen mit einem unauslöschlichen geistlichen Siegel, einem Zeichen, dass er Christus angehört. Dieses Zeichen wird durch keine Sünde ausgelöscht, selbst wenn die Sünde die Taufe daran hindert, Früchte des Heils zu tragen. Weil die Taufe ein für allemal gespendet wird, kann sie nicht wiederholt werden. (Katholischer Katechismus, Nr 1272).

      Der „Kirchenaustritt“ hat vor allem zum Ziel, der lästigen Kirchensteuer zu entgehen, die ja in Deutschland nach dem Einkommen berechnet wird. Der Staat gibt dort den Steuereintreiber für die Kirchen. In Belgien ist das nicht so, aber keiner soll glauben, dass er ungeschoren davonkommt, ist doch die Finanzierung der „anerkannten Kulte“ und des Laizismus im jährlichen Staats- und Gemeindehaushalt versteckt.

  3. Norbert Schleck I2/4
    Werter Herr!
    Sie suchen,was mich erfreut,die theologische Diskussion und berufen sich auf den katholischen
    Katechismus.Es waere lehrreich,darueber die Ansicht der heutigen Theologie zu erfahren.
    Eine Debatte in der Zeitung duerfte nicht die Volksmassen bewegen.Falls Sie mir Ihre
    mail oder Privatadresse mitteilen,waere der gordische Knoten geoeffnet.Meine e-mail Adresse darf das GE Ihnen hiermit mitteilen
    Gruess Gott!
    Pater Meyers Ouagadougou

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